Im Modehandel droht Umsatzverlust von 890 Millionen Euro pro Woche

Bild: DBTV 2020

Die Corona-bedingten Verluste im Modehandel könnten gigantisch werden: „Jede Woche sind Umsätze von rund 890 Mio. Euro in Gefahr“, sagte Aurélien Duthoit, Branchenexperte Einzelhandel bei dem Kreditversicherer Euler Hermes Gruppe, dem Fachmedium TextilWirtschaft (Online-Ausgabe).

„Eine durch Corona bedingte schwächere Entwicklung der deutschen Wirtschaft oder gar eine Rezession würden Bekleidungsumsätze zweifelsohne tief in den negativen Bereich treiben“, fürchtet Duthoit. Seine Hochrechnung angesichts des bevorstehenden Shutdowns: „Ein voller Monat Zwangsschließung könnte so bis zu 3,5 Mrd. Euro an Umsatzverlusten bedeuten oder bis zu 7,7% des Jahresumsatzes“. Vorausgesetzt, die Kunden würden nicht nach überstandener Corona-Krise sämtlichen Fashion-Konsum nachholen. Doch damit sei wohl kaum zu rechnen: „Verbraucher dürften im Juli größtenteils nicht die Kleidung kaufen, die sie im März oder April gekauft hätten.“

Die neue Situation treffe einen Bekleidungshandel, der „seit Jahren teilweise am seidenen Faden hängt“, ordnet Ron van het Hof, CEO des Allianz-Unternehmens Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gegenüber der TextilWirtschaft ein. „Insgesamt weist der textile Einzelhandel seit Jahren eine unterdurchschnittliche Bonität auf – schon vor Corona. Das intensiviert dies nochmals.“