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Faktencheck: forsa-Umfrage – so sorgen die Deutschen für den eigenen Tod vor

(c) Bildrechte: DBTV 2020

Laut einer forsa-Umfrage haben 60 Prozent der Deutschen Vorkehrungen für den Fall ihres Todes getroffen.

  • Patientenverfügung, Testament, Risikolebensversicherung wer benötigt was?
  • Wie sich die Vorsorge optimal gestalten lässt und warum eine frühzeitige Absicherung sinnvoll ist, erklärt Günter Wohlgemuth, Mitglied im Vorstand der Fürsorgekasse von 1908 aus Krefeld.

Es gibt angenehmere Themen als über den eigenen Tod nachzudenken. Wer jedoch seine persönlichen Angelegenheiten frühzeitig regelt, kann seinen Angehörigen finanzielle Sorgen ersparen, die neben dem Verlust des geliebten Menschen die Familie zusätzlich belasten können. Bei dem Treffen von Vorkehrungen für den eigenen Tod gehen die Deutschen ganz unterschiedliche Wege. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen forsa-Umfrage. Günter Wohlgemuth, Mitglied im Vorstand der Fürsorgekasse, gibt Tipps, worauf es bei der finanziellen Absicherung der Familie wirklich ankommt.

Quelle: DBTV. Günter Wohlgemuth im Interview zur Fürsorgekasse aus Krefeld.

Patientenverfügung, Testament, Risikolebensversicherung

Die Absicherung der Hinterbliebenen spielt für die Deutschen eine wichtige Rolle: 60 Prozent der Befragten haben Vorkehrungen für den Fall ihres Todes getroffen. Eine Patientenverfügung haben 37 Prozent der Deutschen niedergelegt. Darin ist festgelegt, welche Behandlungen oder lebensverlängernden Maßnahmen im Notfall ergriffen werden sollen. Frauen (41 Prozent) entscheiden sich häufiger als Männer (32 Prozent) dafür. Auf Platz zwei der Vorsorgemaßnahmen liegt das Testament: Knapp ein Drittel der Deutschen (31 Prozent) verfasst seinen letzten Willen – und möchte so verhindern, dass Familienkonflikte um das Erbe entstehen. Auf dem dritten „Vorsorge-Platz“ liegt die Risikolebensversicherung: 16 Prozent aller Befragten haben eine solche Police, um ihre Familie im Falle des eigenen vorzeitigen Todes finanziell abzusichern. Laut Umfrage weniger relevant sind Vorsorgemaßnahmen wie Schenkungen (7 Prozent), Bestattungsvorsorgeverträge (5 Prozent) oder Abschiedsbriefe (3 Prozent).

Absicherung für unter 30-Jährige uninteressant

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit der Vorsorge zu beginnen und die Zeit nach dem eigenen Lebensende vorzubereiten? Gerade für jüngere Menschen besitzt das Thema keine Priorität. Drei Viertel (75 Prozent) der unter 30-jährigen Befragten haben keine Vorkehrungen für den Fall des eigenen Todes getroffen – bei den unter 45-Jährigen trifft das für jeden Zweiten (53 Prozent) zu.

Doch auch in der Folgegeneration gibt es Vorsorge-Nachholbedarf: 38 Prozent der 45- bis 59-Jährigen haben bislang keine Vorkehrungen bezüglich ihres Ablebens getroffen. „Es ist wichtig, dass sich jeder einmal mit dem Thema Tod und der Versorgungssituation seiner Familie beschäftigt und sich um eine entsprechende Absicherung kümmert. Eine Risikolebensversicherung ist ein günstiger Schutz, um der Familie im Todesfall finanzielle Sicherheit zu geben. Da die persönliche Lebenssituation und somit auch der individuelle Bedarf sehr unterschiedlich sein können, lässt sich das Produkt auch flexibel gestalten“, sagt Günter Wohlgemuth.

Verantwortuingsvolle Versorger – Die Generation 60 Plus

Intensiver beschäftigen sich die über 60-Jährigen mit der Organisation ihres Nachlasses: 86 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe haben bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen. Am häufigsten wurde in dieser Altersgruppe eine Patientenverfügung (67 Prozent) oder ein Testament (56 Prozent) erstellt. Die Sterbegeldversicherung sowie ein Bestattungsvorsorgevertrag werden ebenfalls häufiger von der Generation 60 plus abgeschlossen: Jeder Vierte (25 Prozent) besitzt eine Sterbegeldversicherung und jeder Zehnte (10 Prozent) einen Bestattungsvorsorgevertrag. Damit entlasten sie im Todesfall ihre Angehörigen und sorgen dafür, dass genügend Geld für eine würdevolle Bestattung vorhanden ist.

Todesfallabsicherung besonders wichtig

Ein Viertel der Deutschen (24 Prozent) hat große Sorgen, dass Angehörige finanziell unter ihrem Tod leiden. Das trifft insbesondere auf Eltern minderjähriger Kinder (42 Prozent) zu. Rund ein Drittel (34 Prozent) dieser Gruppe hat bereits eine Risikolebensversicherung abgeschlossen. Sie kann verhindern, dass durch laufende Kosten oder bestehende Kreditraten eine plötzliche Versorgungslücke entsteht. Der Tipp von Günter Wohlgemuth: Beide Partner sollten sich mit einer Risikolebensversicherung absichern, auch wenn nur einer der Hauptverdiener ist. „Vor dem Abschluss der Versicherung ist es ratsam sich umfassend zu informieren.

Warum ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Früher erhielten die Hinterbliebenen von gesetzlich Krankenversicherten ein Sterbegeld von der Krankenkasse für die Bestattungskosten. Dieses Sterbegeld wurde aber 2004 endgültig abgeschafft. Zwar erhalten die Angehörigen von Beamten noch ein Sterbegeld und auch einige Arbeitgeber unterstützen die Familien von Mitarbeitern im Todesfall finanziell. Meist müssen aber alle Bestattungskosten aus dem Vermögen des Verstorbenen oder, wenn dies nicht ausreicht, von den Angehörigen selbst bezahlt werden.

Dabei belaufen sich die Kosten für eine Bestattung schnell auf mehrere Tausend Euro. Hinzu kommen laufende Ausgaben etwa für die Grabpflege. Wer sicherstellen möchte, dass diese Kosten gedeckt sind und die eigene Familie nicht noch zusätzlich finanziell belastet wird, kann mit einer Sterbegeldversicherung vorsorgen.

Weitere Informationen erhalten Sie über www.fuersorgekasse.de oder telefonisch unter Tel.: 02151 – 93 11 9 – 0.

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